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  • "Interstellar" (USA 2014) Kritik - Christopher Nolans inspirierende Reise in den Weltraum

    Autor: Felix Haenel

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    Nachdem sich selbst eingefleischte Nolan-Fans einigen konnten, dass sein letztes Werk „The Dark Knight Rises“ zahlreiche Ungereimtheiten aufweist und der von ihm produzierte „Man of Steel“ ähnlich enttäuschend ist, war mit Spannung zu erwarten, ob sich der ehemalige Meisterwerk-Regisseur tatsächlich auf einem Abwärtstrend befindet. Ursprünglich für Steven Spielberg entwickelt, klingt die Idee eines emotionalen Science-Fiction-Abenteuers, dessen Prämisse im Trailer mit "Love is the one thing that transcends time and space." beworben wird, auch nicht gerade nach dem typischen Stoff für den sonst so kühl inszenierenden Briten. Zumindest die Produktionshintergründe sorgten unter Cinephilen für Vorfreude: Zum Großteil ohne Computereffekte an detaillierten Sets gedreht, über eine Stunde mit riesigen IMAX-Aufnahmen, und wie Kubricks Weltraumodyssee auf 65 Millimeter breitem Filmmaterial aufgenommen. Doch wenn wir eines aus der DVD-Fassung von „Gravity“ gelernt haben sollten, dann dass insbesondere Kino-exklusive Optik-Wunder schnell vergänglich sind und das Vermächtnis im Erzählten besteht. Glücklicherweise kann nun bei „Interstellar“ Entwarnung gegeben werden: Den Nolan-Brüdern ist erneut ein denkwürdiger Mindfuck gelungen, der zwar nicht makellos ist, aber angenehm von ihrem bisherigen Filmkanon abweicht.

    Die Menschen der Zukunft bekommen die Folgen unserer Überflussgesellschaft zu spüren. Ressourcen und vor allem Nahrung werden knapp, das Wettrüsten hat man schon lange aufgegeben und der Klimawandel erreicht kritische Ausmaße. Die Erde wird jährlich unwirtlicher. Es gibt nur noch Wenige, die in den Fortschritten des 20. Jahrhunderts etwas Positives sehen. Witwer Cooper (Matthew McConaughey) hingegen träumt noch immer davon, Ingenieur zu sein und hasst es, sich um die Farm seines Vaters kümmern zu müssen, aber eine wissenschaftliche Laufbahn ist längst nicht mehr erstrebenswert, was auch seine talentierten Kinder Murph (Mackenzie Foy) und Tom (Timothée Chalamet) in der Schule zu spüren bekommen. Als jedoch nach einem heftigen Staubsturm eine unerklärliche Anomalie im Kinderzimmer entsteht und sie den Zeichen folgend eine geheime Forschungsbasis entdecken, wird eine letzte Hoffnung geweckt. Die NASA gibt es noch und im Verborgenen operierend bemühen sich die Wissenschaftler unter der Leitung von Dr. Brand (Michael Caine) um eine Möglichkeit, die Menschheit auf einen neuen Planeten umzusiedeln. Cooper, zufällig ehemaliger Spitzenpilot, soll die Lebensraum suchende Expedition von einem Planeten zum nächsten durch ein Wurmloch manövrieren.

    Die Nolan-Brüder sind selten gut darin, ihre Geschichten elegant einzuleiten. Für „>Interstellar“ haben sie sich die überambitionierte Aufgabe gestellt, im ersten Akt die Verfassung der gescheiterten Zukunftsgesellschaft glaubhaft zu vermitteln, eine Familienbeziehung als emotionalen Eckpfeiler zu etablieren, den thematischen Grundstein über Verantwortung, Liebe und Hinterfragung des Menschseins zu legen und genügend Rückverweise für das zyklische Ende vorzubereiten. Auf Drehbuchebene gelingt ihnen das sogar größtenteils, alle nötigen Elemente sind theoretisch vorhanden. Obendrein verzichten sie auf das unter Blockbustern inzwischen beliebte Element der alles erklärenden Nachrichtensendung. Trotzdem wirkt der Anfang im fertigen Film so kalkuliert und aufdringlich durchexerziert, dass es zunächst schwer fällt, sich darauf einzulassen.

    Coopers Tochter kann nicht einfach nur ein wissbegieriges Kind sein, sondern muss sich schauspielerisch bereits genauso reserviert verhalten wie die Erwachsenen. Dazu kopiert Mackenzie Foy einige Manierismen von Jessica Chastain, die später die erwachsene Murph spielt, was zwar Gemeinsamkeiten betont, aber sie auch nicht wirklich wie ein Kind verhalten lässt. Nolans Vorstellung eines Teenagers gleicht der eines Erwachsenen abzüglich des Alters. Sie kann auch nicht bloß einen normalen Mädchennamen tragen, sondern ist nach Murphys Law benannt, das natürlich im Handlungsverlauf eine große Rolle beim Reisen durch Wurmlöcher spielt und Nolan bereits zu Beginn erlaubt, die Logik dahinter zu erklären. Subtil geht anders. Ähnlich unglaubwürdig passende Namenswahl findet sich auch später wieder, als atemlos der Satz "Man(n) is lying." geäußert wird, was dem Moment einen philosophischen Hauch verleihen soll, in seiner Doppeldeutigkeit aber eben nur albern wirkt.

    Wie der Trailer schon verrät, muss Cooper seine Familie auf der Erde zurücklassen. Dass die Trennung den Zuschauer zutiefst emotional ergreift, wäre essentiell für das Funktionieren des Films, doch auch hier versagt die Regie. Zuvor bestand der einzig sichtbar bindende Familienmoment daraus, dass Cooper mit seinen Kindern durch ein Kornfeld rast, um eine Tiefflieger-Drohne zu verfolgen. Nachdem sie per Laptop-Hack, dem Zukunfts-Äquivalent zum Lasso, Kontrolle über das Fluggerät gewonnen haben und es sicher gelandet wurde, streichelt der Familienvater zärtlich über den Rumpf, bevor er die energiespendende Solarzelle entnimmt. Murph fragt, wieso sie es "töten" mussten. Die intendierte Metapher liegt auf der Hand: In der Zukunft gibt es keine wilden Tiere mehr, die man jagen könnte. Stattdessen lehrt der Erwachsene, wie man Überwachungsdrohnen abfängt, mit deren Energiezellen sich die Farm versorgen lässt. Das Problem dabei ist, dass diese Szene unfassbar ernst inszeniert ist und eher an die düstere Gravität der Batman-Filme erinnert, was sie unfreiwillig komisch macht. Nolan sieht hier nur die sozialkritische Wichtigkeit der Situation. Der Echtweltvergleich ist jedoch so befremdlich, dass ein wissendes Augenzwinkern geholfen hätte – man kann sich richtig vorstellen, wie unter Spielbergs Regie ein Richard-Dreyfuss-Charakter enthusiastisch um das Ding herum gesprungen wäre und die Kinder animiert hätte. Als Cooper schließlich seine Familie verlässt, wird die eigentlich herzzerreißende Autofahrt mit dem ohrenbetäubenden Blockbuster-Sound des darauf folgenden Raketenstarts unterlegt. Wer dabei etwas empfinden kann, verdient wohl Respekt. Wie stimmungstaub Nolan sein kann, beweist er dann auch gleich noch einmal in der nächsten Szene, als die Raumfahrenden mit ihrem Sarkasmus-Roboter scherzen. Dieser Vater vermisst seine Kinder definitiv (noch) nicht.

    Der erste Akt ist eine erzählerische Katastrophe, aber sobald die überstanden ist, ist der Film nicht mehr zu stoppen. Im kalten Weltraum ist Nolan in seinem Element. Hier kann wild philosophiert werden und atemberaubende All-Hintergründe brennen sich in die Synapsen. Man ist beeindruckt, aber nicht überfordert, weil im Gegensatz zu „Gravity“ genau verstanden wird, wie lang eine Einstellung mit welcher Bewegung gehalten werden muss, um mehr als nur einen Achterbahneffekt zu erzielen. Die Weltraum-Panoramen, die gigantischen Planeten und die Wurmloch-Reise sind mit einer malerischen Schönheit realisiert und werden stets in Kontrast zu den vergleichbar winzigen Flugobjekten gesetzt, was den Bildern eine erstaunliche Erhabenheit verleiht. Das Raumschiff selbst basiert teilweise auf der ISS, besteht aus eigens gebauten Sets und wirkt aufgrund des Detailreichtums greifbar real. Alles ist ein wenig schmutzig und abgenutzt, vergessen sind digital sauber-geleckte Oberflächentexturen des Cuarón-Films. Obwohl in „Interstellar“ nachdrücklich für einen verstärkten Umgang mit und mehr Vertrauen in Technologie argumentiert wird, kann man froh sein, dass sich die Filmemacher noch auf analoge Tricks verlassen. Die bereisten erdähnlichen Planeten muten gerade deshalb so authentisch an, weil der Körnigkeit des Filmmaterials etwas traditionell Vertrautes innewohnt und das Wechselspiel zwischen Schauspielern und praktischen Effekten sichtbar stattfindet. Auditiv ist erfreulich, dass man mal wieder einen Score von Hans Zimmer loben kann. Nachdem er dieses Jahr bereits in „The Amazing Spider-Man 2“ mit einer elektronischen Pop-Oper seine Vielseitigkeit unter Beweis stellte, komponiert er nun überraschend zurückhaltend und weckt in seinen besten Momenten Erinnerungen an Philip Glass‘ Meisterleistung in „Koyaanisqatsi“.

    Die erkundeten Planeten stellen nicht nur Genre-Erfüllung der Abenteuerreise dar, sondern ergründen abseits des menschlichen Entdeckerwillens auch jeweils eine andere Fassade der Charaktere und ihrer Denkweisen. Dabei nimmt sich Nolan viel Zeit für die Erklärung wissenschaftlicher Hintergründe, die beinahe schon zu fachgenau ausfallen, als dass man sie als Laie versteht. Wie in „Inception“ weiß er aber, die Ideen sowohl nachvollziehbar als auch spannend-unterhaltsam zu visualisieren, was „Interstellar“ klar im Mainstream verankert und nicht in Tarkovsky ähnliche Arthouse-Gefilde eines „Solaris“ abdriften lässt. In gewisser Hinsicht übertrifft er „Inception“ sogar, als er nach dem ersten Planetenbesuch auf grausame Weise die Relativität von Zeit demonstriert und als Resultat dann auch endlich den Zuschauer emotional ergreifen kann. Was Cooper auf der Raumstation widerfährt, ist zutiefst berührend. Der Erfolg der Filmemacher liegt in diesem Moment nicht darin, dass ihr Charakter-Drama zündet, sondern dass der bloße Gedanke, in so einer Situation zu sein, berührt. Wer von „Wall-E“ schon überrascht war, dass man Tragik im Schicksal eines Roboters finde könne, wird umso verblüffter sein, plötzlich wegen eines Konzeptes heulen zu wollen. Gleiches gelingt noch einmal während des finalen Wendepunkts, der in einer fulminanten Parallelmontage alles zusammenführt. Darin stellt Nolan geschickt die Verbindung zu seinem Ausgangsthema her, was die Holprigkeit des Anfangs teilweise wieder ausgleicht, und findet gleichzeitig noch eine clever gewählte Umgebung, um auf die zeitlose Geltung des Geschichtenerzählens zu verweisen.

    „Interstellar“ ist in vielerlei Hinsicht ein Film für Nerds. Via Quantenphysik und Zeit-Paradoxa wird über persönliche Themen geredet, die man sonst von Romanzen und Familiendramen kennt, die man aber durch Nolans mathematisch kalkulierende Sichtweise aus einer spannend andersartigen Perspektive betrachtet. Dies führt auch dazu, dass man mal nicht mit technophoben Warnungen überhäuft wird, die an eine Rückbesinnung auf alte Werte appellieren. Stattdessen wird der Zuschauer damit konfrontiert, dass technischer Fortschritt vielleicht unsere einzige Überlebenschance ist, was sich im Detail besonders schön durch die unkonventionelle Rolle des Roboters TARS widerspiegelt. Es wird immer gesagt, dass die besten Science-Fiction-Geschichten kritisch unsere aktuelle Gesellschaft reflektieren. Nolan hingegen beweist mit seinem Zukunfts-Opus meisterhaft, dass es genauso faszinierend und inspirierend sein kann, mit einer vorbildhaften Vision vorauszugehen und uns das Erstrebenswerte zu demonstrieren.

  • "Ex Machina": Erster Trailer zum Sci-Fi-Thriller von Alex Garland

    Autor: Stefan Geisler

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    Wie mir der Trailer gefällt: Dass Alex Garland Drehbücher schreiben kann, hat der Roman-Autor Alex Garland bereits zur Genüge unter Beweis gestellt, schließlich verfasste der Brite nicht nur Romane wie "The Beach", sondern schrieb auch die Drehbücher zu Danny-Boyle-Meisterstücken wie "28 Days Later" oder dem unterschätzen "Sunshine". Jetzt wagt sich der Schreiber auch hinter die Kamera und bringt mit "Ex Machina" seinen ersten Film in die Kinos. Der erste Trailer verspricht einen ruhigen, intelligenten Science-Fiction-Thriller. Wir würden uns auf jeden Fall freuen, wenn Garland auch als Regisseur zu überzeugen weiß.

    "Ex Machina" startet am 23. April 2015 in den deutschen Kinos.

  • "Californication" 3. Staffel (USA 2009) Kritik – ...Und ewig lockt der verhängnisvolle Weg

    Autor: Pascal Reis

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    „I may be easy, but I'm not sleazy.“

    Am Ende der Staffel 2 schlich sich so etwas wie der Ansatz von Frieden, ein Hauch von gegenseitiger Besänftigung, in die Szenerie. Die Charaktere konnten sich wieder in die Augen schauen und ja, sogar das Wunder der Geburt beglückte uns in einer der witzigsten Szenen. Musikproduzent und Bonvivant Lew Ashby (Callum Keith Rennie) war daran nicht unbeteiligt und seine Person, die auch eine Analogie für die von F. Scott Fitzgerald entworfene Kunstfigur Jay Gatsby dargestellt, kühlte die kollektive Anfeindung etwas herunter. Hank (David Duchovny) jedenfalls hatte seine Karen (Natascha McElhone) wieder, die allerdings für einen Job zurück nach New York ist, und Becca (Madeleine Martin) fand sich in einem echten Familienkonstrukt wieder. Aber das unbeschwerte Glück ist in „Californication“ bekanntlich nicht von Dauer und Becca wird von den Irrungen und Wirrungen der Pubertät eingeholt, rebelliert gegen ihre Eltern und sucht die Nähe zu ihrer neuen Freundin Chelsea (Ellen Woglom). Hank versucht sich währenddessen als Dozent, wo für ihn nicht nur Studentin Jackie (Eva Amurri) die Beine spreizt.

    Mit der dritten Staffel von „Californication“ sind wir nun an einem wichtigen Punkt angelangt: Wir haben eine handfeste Vertrautheit zu den Figuren entwickelt, Sympathie und Antipathie zigmal verschoben und unsere ganz individuellen Lieblinge auserkoren. Wir können ihre Charaktere und Wesenszüge einordnen; wissen, zu welchen Schand-, aber auch Wohltaten sie durchaus in der Lage sein können. Hank jedenfalls verdeutlicht einmal mehr, dass in ihm ein guter Vater und Lebensgefährte steckt auch wenn er uns in Staffel 3 direkt mit einer anderen Frau im Bett begrüßt, obwohl er von Enthaltsamkeit schwadronierte. Dass er als Dozent an der Schule fungiert, in der nicht nur eine Meute junger Damen wartet, die den lässigen Lifestyle von Hank als unglaublich attraktiv empfindet, sondern auch seine Assistentin Jill (Diane Farr), wie auch Chelseas Mutter Felicia (Embeth Davidtz), verkompliziert die Sache auf weite Sicht massiv. Nicht zuletzt auch deswegen, weil Felicias Mann (Peter Gallagher) der Dekan der College ist. Und wie soll es anders sein? Das Chaos ist vorprogrammiert.

    Hanks sexuelle Eskapaden arten in Staffel 3 endgültig aus und die Tatsache, dass die Frauen, mit denen Hank so verkehrt, auch alle etwas miteinander zu tun haben, wird natürlich im Laufe der Geschichte noch seine herben Konsequenzen nach sich ziehen. Der Witz kommt bei diesen kunterbunten Konstellationen selbstredend nicht zu kurz, allein die achte Episode, wenn alle Frauen aufeinandertreffen und Hank sich mit Leibeskräften darum müht, dass sie sich nicht über den Weg laufen, ist in ihrer absurden Übersteigerung der Vorfälle so herrlich und entbehrt sich natürlich auch einer klaren Schadenfreude nicht. Substanz erlangt die dritte Staffel jedoch dadurch, dass sie sich wieder verstärkt auf die Vater-Tochter-Beziehung konzentriert, die zum Ende der zweiten Staffel ja beinahe vollkommen unter den Tisch gefallen fiel, auch wenn sie nicht nur für Hank und Becca, sondern auch für den Zuschauer ein versöhnliches Finale gefunden hat. Nun orientiert sich „Californication“ ebenso an den pubertären Launen Beccas, die sich überwiegend gegen ihren Vater richten, der es partout nicht vollbringt, erwachsen zu werden.

    Und natürlich dürfen auch Charlie (Evan Handler) und Marcy (Pamela Adlon) nicht fehlen, die sich getrennt haben und das Haus verkaufen wollen. Während Charlie es mit seiner nymphomanen Chefin Sue Collini (Kathleen Turner) zu tun bekommt, die zu jeder Tageszeit nach seinem Körper lechzt, treibt es Marcy mit dem drogensüchtigen 1980er Jahre Popstar Bruce Springsteen. Doch auch Charlie und Marcy müssen sich, wie auch Hank und Karen, immer wieder eingestehen, dass sie einfach nicht voneinander loslassen können und sich mehr brauchen, als sie es im ersten Moment vermutet haben. Jeder Charakter muss auf seine Weise Bilanz ziehen, nicht nur von den letzten Tagen, sondern von seinem Leben und im schlimmsten Fall realisieren, dass die besten Zeiten nun mal vergangen sind. Aber für eine solche Ehrlichkeit benötigt es Mut und wir haben gelernt, dass weder Hank noch Charlie davon abgeneigt sind, billige Ausflüchte zu wählen, auch wenn Charlie letzten Endes doch noch etwas deutlicher um Seriosität bemüht ist, als der unkonventionelle Hank. Die Erkenntnis von Staffel 3 allerdings ist erneut eine elementare, weil die universell zu werten ist: Man kann niemand so lieben, wie man ihn gerne hätte, sondern so, wie er ist.

  • "Californication" 2. Staffel (USA 2008) Kritik – Die zügellose Flucht vor der Einsamkeit

    Autor: Pascal Reis

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    „There is no life without love. None worth having, anyway.“

    Das Ende der ersten Staffel von „Californication“ wirkte etwas befremdlich im Kontext der gesamte Serie und Hank (David Duchovny) hat es zwar nicht geschafft, die Hochzeit zwischen seiner geliebten Karen (Natascha McElhone) und Bill (Damian Young) zu verhindern, schlussendlich aber sprang Karen auf den Rücksitz seines Sportwagens und Beide fuhren mit Tochter Becca (Madeleine Martin) davon, während Bill bedröppelt den Rücklichtern hinterher sehen musste. In seinem Pathos irgendwie verklärend, dieses Hau-Ruck-Happy-End, doch für „Californication“ wohl nur eine heitere Bestandsaufnahme, die Hoffnungen schüren sollte und die emotionale Fallhöhe von Familie Moody geflissentlich potenzieren wird. Deswegen empfängt uns Staffel 2 auch mit einem Bild, in dem der Haussegen offensichtlich wieder gerade hängt: Hank scheint jedenfalls domestiziert, trägt ein Nikotinpflaster am Oberarm, lässt eine Vasektomie durchführen und kanalisiert seine promiskuitive Ader komplett auf Karen, die wohl auch ziemlich vom zahmen Verhalten ihres Mannes überrascht ist. Aber Hank ist eben ein erwachsenes Kind und die Ruhe bei ihm nie von Dauer.

    In Staffel 2, bei der es sich David Duchovny auch selbst mal auf den Regiestuhl gemütlich gemacht hat, kristallisiert noch deutlicher heraus, dass der Sex, der hier in jeder Folge praktiziert ist, auf seine Weise nur ein Ausdrucksmittel der individuellen Einsamkeit ist. Wenn sich Hanks Zunge versehentlich (ja, wirklich!) zwischen den Beinen einer jungen Frau verirrt, nimmt das Chaos vom Neuem seinen Lauf, und als es ihn auch noch hinter schwedischen Gardinen verschlägt, lernt er den vermögenden Musikproduzenten Lew Ashby (Callum Keith Rennie) kennenlernen, der ihm den Job anbietet, seine Biografie zu verfassen, was die Sache nicht gerade besser macht. Eingezogen in der Villa des drogensüchtigen Lew, der die Nacht nie mit derselben Frau verbringt, rutscht Hank wieder genau in den Trott, von dem er sich eigentlich distanzieren wollte. Frauen kommen, Frauen gehen, dass allerdings auch noch Mia (Madeline Zima), die minderjährige Tochter von Bill, mit der Hank in der ersten Staffel noch verkehrt hat und die ihm seinen Roman geklaut hat, um ihn unter ihrem Namen zu veröffentlichen, ein Auge auf Lew wirft, verschärft die Situation umso mehr. Es geht wahrhaftig drunter und drüber im sonnendurchfluteten Los Angeles!

    Und dann wäre da natürlich auch noch Hanks Agent Charlie Runkle (Evan Handler) und seine Frau Marcy (Pamela Adlon), die so manche Diskrepanz in ihrer Ehe entdecken. Nicht zuletzt dadurch heraufbeschworen, dass Charlie etwas zu viel Interesse an der Pornodarstellerin Dani (Rachel Miner) zeigt und Marcy dem exzessiven Drogenkonsum nicht abgeneigt ist. Was man sagen muss, ist, dass „Californication“ wirklich vorzüglich gespielt ist. David Duchovny, der sich längst zu seiner Hypersexualität bekannt hat, brilliert als Hank Moody und verschmelzt zunehmend mit seiner ambivalenten Figur, während sich der Cast um ihn herum versammelt, aber nie Gefahr läuft, von seiner Person überstrahlt zu werden. Man muss sich „Californication“ als ein im Kern doch unheimlich romantisches Format vorstellen, sind die Kämpfe, die Hank so gut wie jeden Tag austrägt, doch keine Auseinandersetzungen, die aus dem puren Egoismus sprießen, sondern Versuche, seine Familie wieder zusammenzuführen und illusorischen Idealen Auftrieb zu verleihen. Dumm nur, dass Hank dazu verdammt scheint, immer die falsche Wahl zu treffen und anstatt Hand in Hand mit Karen die Strandpromenade herunterzuschlendern, steckt sein Ding in der nächstbesten Tussi, die vor ihm mit dem Arsch gewackelt hat.

    Es ist seine Unentschlossenheit, seine Ratlosigkeit, die ihn lähmt und sein Umfeld zunehmend verletzt. Hank muss endlich einen Weg finden, um sich selbst in diesem urbanen Wirrwarr zu finden. Die Stadt selbst verfällt wiederholt in Unschärfen, um sich dann, Schritt für Schritt, wieder zusammenzuraufen. Ähnliche wie die Beziehung zwischen Hank und Karen: Sie stagniert und fließt, Tränen fließen, Wut entflammt und die gegenseitige Zuneigung gewinnt erneut Oberhand. Jeder von den Protagonisten in „Californication“ trägt einen Riss auf der Seele, der bei jeder weiteren Erschütterung ein Stück mehr aufreißt und irgendwann wie ein unersättlicher Strudel alles in sich saugen könnte. Dass auch Staffel 2 wieder mit einem Lächeln enden darf, ist wahrscheinlich dem exakten Kalkül nachempfunden, wie wir es in Staffel 1 kennengelernt haben. Staffel 2 jedoch legt eine Schippe drauf, ist nicht nur dominanter in seiner Sexualität, auch der wunderbar nonchalante Humor ist bissiger, die treffsicheren Seitenhiebe auf die Hollywoodmaschinerie samt leibeigener Meta-Ebene markanter. Es ist eine Freude, dieser aufrichtig unverblümten Serie zu folgen, auch wenn deutlich zu merken ist, dass da noch reichlich Lust noch oben vorhanden ist.

  • "The Rover” – Gewinnt zwei DVDs zum Heimkino-Release des Endzeit-Westerns mit Robert Pattinson

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    Am 31. Oktober 2014 erscheint der Endzeit-Western „The Rover“ mit Guy Pearce und Robert Pattinson auch endlich in Deutschland im Handel. Da uns der Film sehr gut gefallen hat, verlosen wir nun mit der freundlichen Unterstützung von Senator Home Entertainment zwei DVDs an euch. Um eine der beiden DVDs zu gewinnen, reicht es Fan von uns auf Facebook zu sein und uns unter dem unten angegebenen Link auf unserer Facebook-Page bis Samstagabend, den 1. November 2014, 23:59 Uhr, folgende Frage zu beantworten: Welcher ist euer Lieblingsendzeitfilm? Pro Person wird nur ein Kommentar gezählt und die Gewinner der beiden DVDs werden dann unter allen Teilnehmern ausgelost. Die Teilnahme erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Viel Glück.

    HIER könnt ihr durch Kommentieren am Gewinnspiel teilnehmen.

    Unsere positive Kritik zu „The Rover“ könnt ihr euch HIER durchlesen.

    Kurzinhalt: Australien, irgendwann in einer nahen, trostlosen Zukunft: Die Menschheit hat die Welt mit Gier nach Macht und Besitz an einen neuen Tiefpunkt getrieben. Gesetze und Gesellschaft existieren nicht mehr. Als dem ehemaligen Farmer und Einzelgänger Eric (Guy Pearce) sein letzter Besitz – ein Auto – von Banditen entwendet wird, setzt er alles daran, um sich seine Habe wiederzuholen. Gemeinsam mit Rey (Robert Pattinson), den die Banditen verletzt zurückgelassen haben, rast er ihnen zu einem finalen, alles entscheidenden Showdown hinterher.

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